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Zur Erinnerung an Peter Grave

Dieser Eintrag stammt von admin Am 29.11.2007 @ 14:41 In In Memoriam | Keine Kommentare

Zur Erinnerung an Peter Grave

Kantor in St. Antonius


01.07.1986 bis 04.1992

Am Donnerstagabend (17.11.2007) während der Proben zum Faurè-Requiem bekamen wir die schreckliche Nachricht, dass unser ehemaliger Kantor und Chorleiter Peter Grave in Köln verstorben ist.

Am 1.7.1986 wurde Peter unser Chorleiter und mit ihm begann, so kann man wohl sagen, ein ganz neues Kapitel Kirchenmusik in
St. Antonius.

Für viele von uns war er derjenige, der uns in den Chor geholt und für die Kirchenmusik begeistert hat.

Er hat den ersten Jugendchor gegründet und mit seiner Art und seinem Engagement viel Anklang bei den Jugendlichen gefunden.

Wenn wir an die verschiedenen Chorleiter zurückdenken, die wir in den vergangenen Jahren hatten, so sind es bei ihm zuerst die menschlichen Aspekte die uns einfallen.

In seiner zurückhaltenden, fast schon schüchternen Art, hatte er doch so viel Freundlichkeit, Witz und Humor, so viel Ehrlichkeit, Ernst und Begeisterungsfähigkeit.

Wir hören ihn, es war anlässlich eines Dekanatssingens in Langenbochum, als bei der letzten Probe ein Stück nicht klappte, ärgerlich sagen: „Weg damit, in die Mappen, das wird nicht gesungen.“

Alles ging betreten auseinander.

In der nächsten Probe entschuldigte er sich und sagte: „Wenn ein Stück nicht klappt, liegt das nicht am Chor. Es ist immer Sache des Chorleiters, entweder war der Chor überfordert, oder es war nicht gut geprobt.”

Auf jeden Fall müsse ein guter Chorleiter seinen Chor einschätzen können. Darum sei es sein Fehler gewesen, was da passiert sei.

Das hat uns ganz schön beeindruckt.

Wir sehen ihn Weiberfastnacht mit seinem zweifarbig geschminkten Gesicht am Klavier sitzen und das Lied von der Jule singen.

Wir sehen ihn voller Ernst und Konzentration bei den Aufführungen von Messen und Kantaten.

Wir hören ihn sagen: „Was singt ihr denn da für einen Scheiß?“ Und beim nächsten Mal: „Oh, habt ihr alle Privatunterricht gehabt?“

Wir sehen ihn mit seinem Lachen und seiner Warmherzigkeit , mit seiner Zerrissenheit und seinem Glauben.

Wir hören ihn beim Lied „Wohl denen, die da wandeln“ die Zeile singen: „die rechts von Herten suchen Gott“

Wir sehen die vielen fröhlichen Proben, aber auch die `anderen`, wenn der „Meister“ hektisch wurde, die Ohren rot wurden und die Kieferknochen mahlten.

Wir sehen ihn mit seiner Jutetasche durch Herten laufen.

Wir sehen ihn, den sonst so Zurückhaltenden beim Karneval auf die Bühne springen und völlig losgelöst ein tolles Programm gestalten.

Wir hören ihn uns im Kölner Dom zusammenrufen und in einer Seitenkapelle „ Alta trinita beata“ anstimmen.

Das war Gänsehautgefühl!

Wir sehen ihn bei seinem großen Engagement mit den Kindern und Jugendlichen im Jugendchor.

Und und und.…

In den letzten Jahren war sein Leben wohl von Tragik und Krankheit gezeichnet.

Wir hoffen, dass wo immer seine Seele jetzt ist, er seinen Frieden gefunden hat.

Wir wissen, dass wir alle, die wir ihn gekannt haben, immer mit Wärme und Zuneigung an ihn denken werden.

Für den Antoniuschor
Ulla Melzer


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